Israel bekennt in der Tora: Du bist als Volk gesegnet, wenn du vielen Geld leihen kannst, aber dir selber kein Geld zu borgen brauchst (vgl. 5. Mose 28,12). Das alte Israel war klug genug zu wissen: „Wer sich überschuldet, wird zum Knecht des Gläubigers“ (Sprüche 22,7).
Die Gläubiger haben bereits prompt auf die Ankündigung der deutschen Schuldenpläne von bis zu zusätzlichen 800.000.000.000 Euro reagiert: An den Bondmärkten sind im Euroraum die Zinsen für die 10-jährigen Staatsanleihen um 40 Basispunkte in die Höhe geschnellt. In Deutschland von 2,4 Prozent auf 2,8 Prozent; in Italien von 3,6 Prozent auf 4,0 Prozent, in Frankreich von 3,1 Prozent auf 3,5 Prozent. Und das, obwohl die EZB diese Woche den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte gesenkt hat.
Hochverschuldete Staaten machen sich abhängig von der Logik der Bondmärkte, die klug genug sind, von den Staaten einen Risikoaufschlag zu verlangen, die ihre Kreditwürdigkeit verspielen. Wenn schon der Musterschüler Deutschland seine Schuldenbremse leichtfertig über Bord wirft, wie viel mehr werden es dann die anderen Staaten in der Eurozone ihm nachmachen. Die schwache EU-Haushaltsdisziplin droht jetzt vollends ins Rutschen zu kommen. Zumal die Staaten, die wie ein Drogenabhängiger auf den nächsten Schulden-Booster fixiert sind, mittlerweile ernsthafte sklerotische Deindustrialisierungsschäden ausbilden.
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