Wegen der gesetzlichen Frauenquote: Volkswagen-Konzern findet keinen neuen Personalvorstand

vor etwa 2 Monaten

Wegen der gesetzlichen Frauenquote: Volkswagen-Konzern findet keinen neuen Personalvorstand
Bildquelle: Apollo News

Der Volkswagenkonzern hat seit fast einem Jahr keinen Personalvorstand. Grund sind anhaltende Differenzen zwischen dem Betriebsrat, dem traditionell ein Vorschlagsrecht für den Posten zukommt, und den Eigentümerfamilien Porsche und Piëch. Letztere haben alle bisherigen Vorschläge der Gewerkschafter abgeblockt, berichtet das Handelsblatt. Grund sei deren Geschlecht: alle fachlich geeigneten Vorschläge waren demnach männlich – und daher aus „rechtlichen“ Gründen nicht geeignet.

Seit August 2022 schreibt das Aktiengesetz nämlich für etwa 70 große börsennotierte Unternehmen das Geschlecht der Vorstandsmitglieder vor. Besteht der Vorstand aus mindestens drei Mitgliedern, muss mindestens einer der Vorstände weiblich und mindestens einer männlich sein. Aktuell ist im achtköpfigen Vorstand der Volkswagen AG zwar genau eine Frau vertreten. Sollte diese den Vorstand allerdings verlassen, müsste zwingend erneut eine Frau auf ihren Posten berufen werden, wenn nicht an anderer Stelle vorsorglich eine Frau berufen wird.

Aufgrund dieser gesetzlichen Vorgabe will die Eigentümerseite unbedingt eine Frau als Personalvorstand etablieren. Bei der Besetzung des IT-Vorstandes hätte man dann wieder freie Auswahl. Die IG Metall soll also den Posten, der ihr in der Logik des politisch geprägten und vermachteten Konzerns zusteht, mit einer Frau besetzen, damit andere Akteure bei ihren Vorstandspositionen keine geschlechtlichen Einschränkungen vornehmen müssen.

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