Nachdem Ermittler am Mittwoch mehrere Räumlichkeiten des Berliner SPD-Spitzenkandidaten Steffen Krach durchsucht hatten, hat die Staatsanwaltschaft Hannover die Vorwürfe gegen ihn inzwischen konkretisiert. Zunächst war in Medienberichten von einem Verdacht der Bestechlichkeit die Rede (mehr dazu hier). Am Donnerstag teilte die Behörde mit, dass sie wegen des Anfangsverdachts der Vorteilsannahme in zwei Fällen sowie wegen wettbewerbsbeschränkender Absprachen bei Ausschreibungen ermittelt. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Im Zentrum der Ermittlungen steht ein Bieterverfahren um die Nachnutzung eines Klinikgeländes im niedersächsischen Lehrte, wie Krach gegenüber dem Tagesspiegel detailliert bestätigte. Als damaliger Präsident der Region Hannover war er zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrats des kommunalen Klinikums Region Hannover (KRH). Für das Gelände des bisherigen Krankenhauses startete das KRH im Oktober 2025 eine Ausschreibung, um einen Investor für die künftige Nutzung des Standorts zu finden.
In die engere Auswahl kamen schließlich zwei Unternehmen: die Hahne-Gruppe und die G&W-Vermögensverwaltung. Krach hatte nach eigenen Angaben eine klare Präferenz für das Angebot von G&W. Innerhalb des Klinikträgers soll jedoch Misstrauen entstanden sein, nachdem G&W während des laufenden Bieterverfahrens ein verbessertes Angebot vorgelegt haben soll, das knapp über dem der Hahne-Gruppe gelegen habe. Beim KRH soll daraufhin der Verdacht entstanden sein, G&W könne vertrauliche Informationen aus dem Verfahren erhalten haben.
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