Auf den Schlachtfeldern und bei terrorgefährdeter Infrastruktur entscheidet vielleicht bald nicht mehr der teuerste Flugabwehrraketen-Komplex, sondern ein nur sieben Kilo schwerer Kasten: Das israelische Unternehmen Regulus Cyber hat aus einem Faktum – Drohnen hängen an Satellitennavigation – ein ganzes Abwehrsystem gebaut. Wer der Drohne die Orientierung nimmt, nimmt ihr den Auftrag. Genau das verspricht die Produktfamilie „Ring ARM-V“, berichtet aktuell die Fachzeitschrift breakingdefense.com: keine Explosion über den eigenen Soldaten, kein Trümmerregen über einer Stadt, sondern ein unsichtbarer Eingriff in die Navigation.
Die Grundidee für das neue System ist GNSS-Spoofing: „Ring“ erzeugt gefälschte Signale für GPS, Galileo, Glonass und BeiDou und zwingt drohnenübliche Empfänger, falsche Positionen anzunehmen. Die Drohne kann somit zurückgedrängt, in eine Warteschleife gezwungen oder – bei vielen zivilen Mustern – zur Landung gebracht werden. Die Sendeleistung liegt nach Angaben des Unternehmens unter der eines WLAN-Routers. Genau das ist der strategische Reiz: Störsender, die ganze Frequenzbänder zupflastern, gefährden nämlich die eigenen Funknetze.
Firmengründer Yonatan Zur hat das Prinzip so zusammengefasst: Die Abwehr-Einheit übernimmt den Empfänger und gibt der Drohne falsche Orte vor. Tests gegen Dutzende Dreh- und Starrflügler gelten als abgeschlossen, das System sei im Einsatz zu Land und zur See „combat proven“. Unabhängige Kampfberichte im Detail wurden bisher noch nicht veröffentlicht.
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