Die ganze Welt feierte eine gelungene Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Cortina und Mailand. Apertura und Alta Moda, das können die Italiener. Welch feines Spektakel allgemein.
„Il Resto del Carlino“, eine der ältesten Tageszeitungen, mit Sitz in Bologna, setzte den Ton bereits vor wenigen Tagen etwas anders – und der ist alles andere als sportlich-idyllisch. Während Kameras auf Pisten, Kurven und Medaillen gerichtet sind, befindet sich Italien längst in einem Ausnahmezustand, der weit über die Logik eines Wintersportfestes hinausgeht. Die Olympischen Spiele von Milano–Cortina sind ein globales Schaufenster – und zugleich eine Frontlinie. Für Machtpolitik, für gesellschaftliche Konflikte, für den Zustand des Westens.
Während sich die Sportwelt an Zeiten, Schwüngen und Podien erfreut, hat sich der große Sportpalast zur Bühne geopolitischer und innerer Auseinandersetzungen entwickelt. In Italien wird gerade nicht nur ein Sportereignis organisiert, sondern ein politisches Spektakel: mit massiver Präsenz von Sicherheitskräften, wohl auch mit Streitkräften im Innern, mit technologischer Überwachung, mit Projektionen von Stärke – und mit ausländischen Agenten.
Wie das katholisch-konservative Blatt Avvenire und der Corriere della Sera berichten, steht das Land unter Hochspannung. Mailand und Cortina sind Gastgeber, aber auch Hochsicherheitszonen. Die Olympischen Spiele sind kein Ausnahmezustand im positiven Sinne mehr, sondern ein kontrollierter Ernstfall.
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