Kulturstaatsminister Wolfram Weimer wird Berlinale-Chefin Tricia Tuttle jetzt wohl doch nicht ablösen lassen, während die Wirtschaftsweise Ulrike Malmendier gehen muss – es sei denn, die SPD legt sich noch richtig quer. Ärger mit dem Koalitionspartner ist wie im Fall Brosius-Gersdorf programmiert.
Im vergangenen Sommer sorgte die von der SPD für das Bundesverfassungsgericht vorgeschlagene Richterkandidatin Frauke Brosius-Gersdorf für massiven Streit in der Koalition. Er endete erst, als Brosius-Gersdorf ihren Verzicht bekanntgab, wenn auch eine Verstimmung blieb. Jetzt sind es gleich zwei Frauen, die Bundeskanzler Merz Probleme bereiten.
Da ist zum einen die Festivaldirektorin der Berlinale, Tricia Tuttle. Um sie entbrannte eben ein Streit, weil der syrisch-palästinensische Filmemacher Abdallah Alkhatib, der für sein Filmdebüt „Chronicles from the Siege“ ausgezeichnet worden war, auf der Bühne Deutschland vorwarf, „Partner des Völkermords in Gaza“ zu sein. Seine unverhohlene Drohung: „Wir werden uns an jeden erinnern, der an unserer Seite stand, und wir werden uns an jeden erinnern, der gegen uns war.“
Das war sogar dem vor Ort anwesenden Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) zu viel, er verließ den Saal. Nach dem Hass-Auftritt Alkhatibs wurde auch die Festivalleitung wegen des neuerlichen Antisemitismus-Vorfalls kritisiert, die zu dem Skandal schwieg. Peinlich für Bundeskanzler Friedrich Merz, der doch eben erst auf dem CDU-Parteitag in Trier beteuert hatte, in Deutschland sei kein Platz für Judenhass. Und wenige Tage später gibt es den nächsten Antisemitismus-Skandal in der Hauptstadt.
Muss sie gehen – oder nicht? Berlinale-Direktorin Tricia Tuttle.
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