Der Linksextremismus kann in Deutschland immer noch auf Verständnis hoffen

vor etwa 2 Monaten

Der Linksextremismus kann in Deutschland immer noch auf Verständnis hoffen
Bildquelle: NiUS

Während der zunehmend gewalttätige Linksextremismus dem Verfassungsschutz große Sorgen bereitet, wird er in den Medien und Teilen der Politik verharmlost oder sogar mit Verständnis bedacht. Politische Gewalt von links gilt als cool, mit den Tätern solidarisiert man sich ganz offen, schließlich kämpfen sie für die „richtige“ Sache.

Daniela Klette, ehemaliges Mitglied der linksextremistischen Terrororganisation Rote Armee Fraktion (RAF), wurde 2024 als eines der letzten drei noch flüchtigen RAF-Mitglieder festgenommen und jetzt, im Alter von 67 Jahren, zu 13 Jahren Haft verurteilt.

Dennoch bezeichneten ZDF heute, der NDR und der Spiegel sie als „mutmaßliche frühere RAF-Terroristin“, der Deutschlandfunk nannte Klette „mutmaßliche Ex-RAF-Terroristin“ – als stünde ihre Schuld noch nicht fest. Die Milde, mit der die Medien Linksextremisten begegnen, kam hier einmal mehr zum Tragen, auch wenn Klette sich, wie in ihrem Schlusswort vor Gericht, nach wie vor reuelos zeigt – sich „als Kämpferin für eine bessere Welt inszeniert. Ganz nach dem Motto: Der Krampf geht weiter“, wie sogar die taz, sonst eher für Sympathien für Linksradikale bekannt, eben feststellte.

Daniela Klette ist verurteilt, wird aber von ARD, ZDF und Deutschlandfunk als „mutmaßliche Terroristin“ bezeichnet.

Das ist der Punkt: Linksextremisten rechtfertigen Gewalt als legitimes Mittel im Kampf gegen das Böse: gegen den politischen Feind, den Staat, den Kapitalismus. Und im Kampf für das Gute ist Gewalt als Mittel zum Zweck in diesem Denken grundsätzlich erlaubt. Wer für „Gerechtigkeit“ ist, „Widerstand“ leistet, dem kann man den Einsatz brutaler Gewalt nachsehen.

Linksterrorismus mit freundlichem Antlitz: Für viele ist Daniela Klette eher die nette „Oma gegen Rechts“.

Die Kriegserklärung der Journalistin und späteren Terroristin Ulrike Meinhof an den bundesdeutschen Staat, veröffentlicht im Nachrichtenmagazin Der Spiegel am 15. Juni 1970, lautete so: „Wir sagen natürlich, die Bullen sind Schweine, wir sagen, der Typ in Uniform ist ein Schwein, das ist kein Mensch, und so haben wir uns mit ihm auseinanderzusetzen. Das heißt wir haben nicht mit ihm zu reden, und es ist falsch, überhaupt mit diesen Leuten zu reden, und natürlich kann geschossen werden.“

Das gilt bis heute. Und dennoch machten viele aus ihrer Sympathie für die erste Generation der RAF keinen Hehl. Zwar jagte der Staat die Terroristen und machte dabei keine Kompromisse, doch bekundete so mancher Verständnis für deren „Aktionen“. Schließlich ließ der Staat Milde walten. Peter-Jürgen Boock, beteiligt an einigen spektakulären Morden im „Deutschen Herbst“ 1977, wurde vorzeitig aus der Haft entlassen, betätigte sich als Autor und tingelte durch die Talkshows der Republik.

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