Markus Söder setzte gestern den ersten, sichtbaren Schnitt. Er kündigt an, dass Bayern 2026 nicht mehr am Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee teilnimmt, der vom 28. bis 30. April stattfinden soll. Gleichzeitig beendet er seine persönliche Rolle: keine Schirmherrschaft, kein Auftritt, keine Podiumsdiskussion, kein Staatsempfang in Verbindung mit der Veranstaltung.
Söder liefert dafür eine politische Begründung, die über Stilfragen hinausgeht. Das Geschäftsgebaren von Wolfram Weimer bewege sich in einer „erkennbaren Grauzone“, sagte er. Und er nennt konkret, was ihn daran stört: das „sehr offensive Anbieten“ von Kontakten, ausdrücklich auch über den Staatsempfang.
Gleichzeitig bleibt nach Söders Auftritt eine zweite Baustelle offen: das Geld. Söder erklärt auf Nachfrage, die bisherigen „Förderungen“ seien nicht „für nichts“, sondern eher „Standgebühren oder Ähnliches“. Und er verweist die Entscheidung an zwei Ressorts: Wirtschafts- und Digitalministerium sollten dazu „im Nachgang“ Stellung nehmen. Damit ist klar: Die politische Spitze zieht sich zurück, aber die administrative Aufarbeitung – und die Frage, ob Zahlungen weiterlaufen oder enden – ist damit noch nicht automatisch erledigt.
Genau an dieser Stelle folgt der nächste Schritt, diesmal aus dem bayerischen Digitalministerium – und der ist nicht interpretierbar. Das Staatsministerium für Digitales teilte auf Anfrage von Alexander Wallasch mit, es werde für 2026 keinen Kooperationsvertrag für den Ludwig-Erhard-Gipfel mit der Weimer Media Group abschließen, weil die Evaluation der Staatskanzlei weitere Zeit benötige. Zusätzlich wird klargestellt: Digitalminister Dr. Fabian Mehring wird 2026 nicht teilnehmen. Aus Söders Absage wird damit eine Ressortentscheidung mit konkreter Folge: Vertrag weg, Minister weg, neue Zahlungen weg.
🔴 LIVESTREAM von OE24.TV










