Konkurrenz belebt das Geschäft. Für Staatskonzerne wie die Deutsche Bahn jedoch bedeutet sie inneren Aufruhr. Kultiviertes internes Versagen wird offengelegt, wenn private Anbieter transparent und ohne Regulierung ihre im Wettbewerb gewonnene Stärke ausspielen können. Ein solches Szenario droht nun der Deutschen Bahn mit dem möglichen Einstieg des italienischen Konkurrenten Italos.
In zwei Jahren plant das private Unternehmen mit Firmensitz in Rom den Einstieg in den deutschen Fernverkehr. 3,6 Milliarden Euro wollen sich die Italiener ihre Expansion in den Norden kosten lassen. 30 hochmoderne Züge würden dann zunächst die profitabelsten Strecken des deutschen Schienennetzes bedienen.
Wer fragt eigentlich noch nach den Bedürfnissen der Bahnkunden? Nach leistungsgerechter Bepreisung, Pünktlichkeit und besserem Service? Geradezu lächerlich wirkt die Kritik von Bahnchefin Evelyn Palla, die davor warnt, dass der Einstieg Italos zum Austrocknen von Bahnangeboten auf dem Land führen könnte. War es nicht die Bahn selbst, die zuallererst unprofitable Bahnstrecken trockenlegte?
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