Beim St.-Michael-Empfang des Katholischen Büros in Berlin zeigte sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, „sprachlos“ angesichts des historischen Wahlerfolgs der AfD in Sachsen-Anhalt. Vor Vertretern der Kirchen, der Politik und der Gesellschaft behauptete Wilmer, dass die AfD „nachweislich nationalistisch und völkisch eingestellt“ sei. Dieses Gedankengut habe jedoch „weder in noch außerhalb von Gotteshäusern, weder im Christentum noch im Judentum, noch im Islam Platz.“
Er beklagte, dass die Wahl „in drastischer Weise gezeigt“ habe, „wie eine radikale Partei durch den Wählerwillen mit klarer Mehrheit demokratisch legitimiert wurde.“ Trotz seiner Sprachlosigkeit sei er aber „entschlossen im weiteren Handeln“. Dazu gehöre, für „Wahrheiten statt Meinungen“ zu kämpfen und die eigenen Glaubenssätze immer wieder mit der Wirklichkeit abzugleichen.
In Richtung Bundesregierung betonte er, dass der „oft ausgerufene Herbst der Reformen“ jetzt da sei und „weitreichende und gegebenenfalls unpopuläre Entscheidungen zu treffen“ seien. „Unser Maßstab“, formulierte Wilmer, „ist weder Parteipolitik noch Ideologie, sondern das Evangelium und die damit verbundene unveräußerliche Würde jedes Menschen. Und ja, da dürfen und müssen wir auch manchmal anecken.“
25 Jahre 9/11: USA gedenken den Terror-Anschlägen vom 11. September 2001 | WELT LIVE DABEI









