Wenn es beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk darum geht, sich unbequeme Stimmen vom Hals zu schaffen, braucht es keine „Cancel Culture“ mehr von außen – das besorgt man beim NDR inzwischen selbst, wie Harald Schmidt trocken feststellt: „Cancelling? Wozu über Jimmy Kimmel reden, schauen wir doch lieber zum NDR.“ Und weiter: „Beim Norddeutschen Rundfunk erledigt das Saubermachen die eigene Redaktion.“
Der für seine scharfen Kommentare berühmte Schmidt spielt damit auf die US-Late-Night-Show „Jimmy Kimmel Live“ an, die das TV-Network ABC gerade abgesetzt hat. Jimmy Kimmel hatte in seinen Sendungen am Montag und Dienstag der Maga-Bewegung von US-Präsident Donald Trump vorgeworfen, politisches Kapital aus der Ermordung des konservativen Charlie Kirk zu ziehen und den Mörder Kirks dem Maga-Lager zugeschrieben. Eine glatte Lüge, der Sender hat mit der Beendigung der Sendung die Konsequenz gezogen. Hierzulande gehen die Lügen von Elmar Theveßen und Dunja Hayali über Charlie Kirk umsanktioniert durch.
Schmidt kommentiert das Aus von Julia Ruhs beim NDR wie von ihm gewohnt mit deutlichen wie treffenden Worten und legt den Finger auf den wunden Punkt: Wer als Journalistin die falschen Fragen stellt, wie etwa zur Gewalt im Zusammenhang mit Migration, wird gemobbt und aussortiert. Ruhs hatte das Format „Klar“ moderiert – eine Sendung, die gesellschaftliche Reizthemen aufgreifen sollte. Offenbar ein Missverständnis: Kritische Perspektiven sind beim NDR nur dann erwünscht, wenn sie die grüne Mehrheitsmeinung bestätigen.
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