Deutschland hat Angst vor den Falschen

vor 11 Monaten

Deutschland hat Angst vor den Falschen
Bildquelle: Tichys Einblick

Vieles versteht man am besten durch ein Gleichnis. Stellen wir uns also einen Mann vor, der an einer schmalen Straße wohnt. Jeden Tag muss er auf dem Weg zur Arbeit die Fahrbahn überqueren.

Er steht also täglich am Straßenrand. Er schaut erst nach links, dann nach rechts, dann wieder nach links – so, wie wir es gelernt haben. Kein Auto zu sehen. Er geht los, da rast von rechts ein Fahrzeug heran und erfasst ihn. Unser Mann wird schwer verletzt.

Aber er überlebt. Irgendwann kommt er aus dem Krankenhaus und ist wieder gesund. Er will wieder arbeiten gehen, also steht er irgendwann auch wieder am Straßenrand. In seinem Gehirn hat sich fest eingebrannt, von wo damals die Gefahr kam. Also schaut er diesmal starr nur nach rechts.

Da kommt ein Lkw von links und überfährt ihn.

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Nach dem Gleichnis wollen wir eine kleine Geschichte erzählen. Sie spielt an zwei Schauplätzen. Der eine heißt Königswinter, das ist ein beschaulicher Ort mit 41.000 Einwohnern in Nordrhein-Westfalen – genauer im Rhein-Sieg-Kreis, ganz in der Nähe von Bonn.

Der ansässige Ortsverband der „Linken“ wirbt hier zur kommenden NRW-Kommunalwahl am 14. September 2025 mit diesem Plakat:

Das lassen wir jetzt erstmal so stehen und gehen zum anderen Schauplatz: Gelsenkirchen.

Das liegt ebenfalls in NRW, auch hier wird also am 14. September gewählt. Die alte Bergarbeiterstadt ist die Heimat von Schalke 04 und quasi das Zentrum des Ruhrpotts. Den nannte man mal völlig zurecht die „Herzkammer der SPD“. Bei der Bundestagswahl 1972 holten die Sozialdemokraten hier satte 65,5 Prozent der Zweitstimmen.

Doch wie die selige Hildegard Knef einst sang: Von da an ging’s bergab.

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