Die Skandale und Affären rund um Wolfram Weimer sind längst keine Berliner Personalie mehr. Sie reicht tief in die Länder, in deren Kulisse sich der Kulturstaatsminister und seine Weimer Media Group jahrelang inszenieren konnten.
In Hessen geht es um eine landeseigene Wirtschaftsfördergesellschaft, die einen Weimer-Gipfel in Frankfurt mit Steuergeld stützt und um einen Ministerpräsidenten, der selbst als angeblicher „Autor“ auf Weimers Portal auftauchte.
In Bayern geht es um eine Staatsregierung, die den Ludwig-Erhard-Gipfel zwischen 2022 und 2025 mit „nicht weniger als 700.000 Euro“ förderte und um einen Ministerpräsidenten, der als niemand nachbohrte gerne als Schirmherr auftrat und nun öffentlich sagt: „Entweder will man Geld verdienen oder man will in die Politik.“ und sich damit von Wolfram Weimer distanziert.
Beide Länderchefs, Boris Rhein und Markus Söder, waren Teil der Weimerschen Bühne. Beiden dürften ein wenig die Gesichtszüge dabei entgleist sein, wie aus dem Glanz der Tegernseer und Frankfurter Formate binnen Wochen ein politischer Risikofaktor wurde. Und beide stehen jetzt gleichermaßen vor der Frage, wie glaubwürdig sie sich von einem System distanzieren können, das sie politisch selbst jahrelang gestützt haben.
Alexander Wallasch berichtet, wie sich im hessischen Landtag die Spur der Affäre inzwischen im Wirtschaftsausschuss verdichtet hat. Im Mittelpunkt steht der „Frankfurt Finance & Future Summit“, den die Weimer Media Group am 22. und 23. Oktober 2025 ausrichtete. Die Veranstaltung wurde über die landeseigene Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI) mit 30.000 Euro bezuschusst. Das ist der offiziell bekannte Teil.
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