Das neue Zauberwort heißt „mangelnde Eingliederung in den Arbeitsmarkt“. Mit diesem Weichzeichner-Ausdruck, entnommen einer neuen Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), gibt der polit-mediale Komplex sein Scheitern zu, das er zuvor jahrelang mühsam zugekleistert hat. Die Süddeutsche Zeitung brachte die Meldung zuerst. Das zeigt, wohin die Reise gehen soll: Die armen Zuwanderer müssen stärker unterstützt werden, so wird es nun auch aus Zeit, Spiegel, ZDF und all den anderen tönen.
Laut der genannten DIW-Studie sind heute zwei Drittel jener Personen, die einst illegal ins Land kamen und inzwischen häufig mit einem Schutzstatus belohnt wurden oder geduldet sind, armutsgefährdet oder arm. Das heißt nicht immer und unbedingt Bürgergeld. Aber selbst „wenn die Menschen erwerbstätig sind, dann sind das in der Regel niedrig bezahlte Jobs, Teilzeitjobs und Minijobs“, so der DIW-Forscher Markus Grabka.
Bei den Menschen ohne Migrationsgeschichte (einst „Deutsche“ genannt) gibt es laut der DIW-Studie kaum Veränderungen in den letzten 15 Jahren. Hier gilt etwa ein Achtel (zwölf bis 13 Prozent) als „armutsgefährdet“, wobei auch dieser Begriff bekanntlich ein relativer ist und sich am durchschnittlichen Wohlstand einer Gesellschaft orientiert. Bei illegalen Asylzuwanderern (vom Mainstream gerne „Flüchtlinge“ genannt) gab es hingegen einen drastischen Anstieg. Im Jahr 2020 waren rund 70 Prozent arm oder armutsgefährdet. Dieser Wert soll sich seither etwas verbessert haben. Aber Asylzuwanderer bleiben in besonderem Maße gefährdet von Armut.
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