Die vierte Studie der Reihe „Was denkt Österreich?“ hat das Meinungsforschungsinstitut Peter Hajek Public Opinion Strategies zwischen Ende Februar und Anfang März unter 1.016 Personen ab 16 Jahren durchgeführt. Dabei wird klar formuliert, was Integration konkret bedeuten soll: die Anerkennung der Gesetze (77 Prozent), Respekt für Werte und Umgangsformen (75 Prozent), gute Deutschkenntnisse (71 Prozent), Arbeit oder Ausbildung (70 Prozent) und die Fähigkeit, sich selbst zu erhalten (69 Prozent).
Wer Migration skeptisch sieht, betont vor allem die Problembereiche Sprache, Recht und Arbeitsmarkt. Wer ihr offener gegenübersteht, nennt häufiger Vereinsengagement und soziale Offenheit. Als größte Integrationsprobleme gelten die sogenannte Ehrengewalt und mangelnder Respekt gegenüber Frauen (90 Prozent) sowie Arbeitslosigkeit und Sozialhilfebezug, die Ablehnung österreichischer Kultur und fehlende Deutschkenntnisse (jeweils 89 Prozent).
Die gesellschaftlichen Folgen der Zuwanderung sehen viele der Befragten kritisch: Sozialsystem (50 Prozent), Sicherheit (47 Prozent), Bildung (45 Prozent), Wohnungsmarkt (41 Prozent), Zusammenhalt (35 Prozent). Positive Effekte werden vor allem bei Forschung (24 Prozent) sowie Kultur und Bevölkerungsentwicklung (je 21 Prozent) genannt. Jeder Zweite würde sich an muslimischen Nachbarn stören, 63 Prozent an Flüchtlingen, 53 Prozent an Roma. 72 Prozent fühlen sich in Gegenden mit hohem Ausländeranteil unsicher, 70 Prozent dort, wo kein Deutsch gesprochen wird.
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