Der frühere Unionsfraktionsvorsitzende Jens Spahn hat sich in einem Brief an die CDU-Mitglieder seines Wahlkreises für seine Feigheit bei der Leihmutterschaftsdebatte entschuldigt. „Ich war zu feige, bei diesem sensiblen Thema offen Farbe zu bekennen“, heißt es in dem am Donnerstag versandten Brief, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.
Er wolle die rund 2.500 CDU-Mitglieder des Wahlkreises Steinfurt I/Borken I um Entschuldigung dafür bitten, dass er den Widerspruch zwischen seiner privaten Haltung und der früher öffentlich verkündeten Haltung nicht aufgelöst und damit Vertrauen zerstört habe. Er habe zahlreiche Möglichkeiten dazu nicht genutzt, weil er zu feige gewesen sei. „Ich wollte eine schwierige Debatte vermeiden, auch zum Schutz meiner werdenden Familie – und habe damit am Ende eine sehr viel schwierigere Debatte ausgelöst.“
2015 hatte er in einem Interview mit dem Magazin GQ gesagt, dass er sich „mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs“ nur schwer anfreunden könne. Allerdings sagte er auch, dass er nicht wisse, ob er die Demut habe, anzuerkennen, dass er auf natürlichem Wege nicht Vater werden könne. 2020 hatte er sich als Gesundheitsminister gegen eine Ausweitung der Leihmutterschaft ausgesprochen.
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