Vergleichsweise gelassen haben die Börsianer vor dem Wochenende auf die Entwicklungen in Sachen Straf- und Importzölle der USA reagiert. Nachdem der Oberste Gerichtshof diese kassiert hatte, kündigte Präsident Donald Trump umgehend neue, andere Maßnahmen an. Den US-Leitindex Dow Jones Industrial brachte dies nicht stärker in Bewegung, er schloss mit einem Aufschlag von knapp 0,5 Prozent auf 49.626 Punkte. Die verkürzte Börsenwoche brachte dem Index ein moderates Plus ein, der Dow konsolidiert weiterhin unter der Marke von 50.000 Punkten. Der marktbreite S&P 500 stieg am Freitag um 0,7 Prozent auf 6.910 Punkte. Der von Technologiewerten dominierte Nasdaq 100 gewann 0,9 Prozent auf 25.013 Zähler.
Trump will nach dem Urteilsspruch nun andere Wege gehen. So unterzeichnete er noch am Freitag eine Anordnung, um unter Berufung auf eine andere gesetzliche Grundlage einen weltweiten zusätzlichen Zoll von zehn Prozent auf Importe in die USA zu verhängen. Analyst Steven Shermesh von der Bank RBC wertete das höchstrichterliche Aus für die Zölle der US-Regierung unter dem Strich als „leicht positiv“ für die Märkte. Allerdings habe man an den Kapitalmärkten eine solche Entscheidung bereits erwartet, sie sei gewissermaßen „eingepreist“ gewesen. „Es sieht aus wie eine schallende Ohrfeige für US-Präsident Donald Trump“, schrieb Volkswirtin Sandra Ebner von Union Investment. Sie halte es jedoch für sehr unwahrscheinlich, dass die Zölle nun wegfallen. „Im Gegenteil: Faktisch dürfte sich kaum etwas ändern.“ Denn Präsident Trump verfüge über eine Vielzahl an Möglichkeiten, den Druck auf die Handelspartner hochzuhalten.
Für die Aktien des Bergbauunternehmens Newmont ging es um 2,6 Prozent nach unten. Der weltgrößte Goldschürfer hat für das laufende Jahr eine niedrigere Produktion von Goldbarren in Aussicht gestellt. Unter Druck gerieten die Aktien des Raumfahrunternehmens Rocket Lab, sie büßten 7,5 Prozent ein. Wie die „Welt“ schrieb, hat der Rüstungskonzern Rheinmetall ein Auge auf den Raumfahrt-Laserspezialisten Mynaric geworfen, der eigentlich durch den US-Konzern übernommen werden sollte. Verluste von 16,5 respektive 14,1 Prozent verzeichneten die Aktien des Chemieunternehmens Chemours und des Internet- und Cloud-Dienstleisters Akamai. Während Chemours mit der Gewinnentwicklung im Schlussquartal des vergangenen Jahres den Erwartungen hinterherhinkte, verfehlte Akamai mit dem Gewinnausblick für 2026 die mittlere Analystenschätzung.
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