Die Geschichte von „Aktivist Mann“, der bürgerlich Matthäus Westfal heißt, ist schnell erzählt. Es gibt ein lächelndes Solidaritäts-Selfie von ihm mit der berühmten, mittlerweile verstorbenen Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck. Seit einigen Jahren macht er Livestreams im Umfeld der AfD. Vor allem durch den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt erzielte er relativ beachtliche Reichweiten.
Zuletzt gingen immer wieder Ausschnitte aus seinen Streams viral, in denen er Journalisten massiv anpöbelte und sogar schubste. Es handelt sich also um einen Aktivisten, der mindestens eine Nähe zu Holocaustleugnern hat, auch auf Nachfrage nicht beantwortet, ob der Holocaust ein historischer Fakt ist, und sich aufführt wie ein politischer Brüllaffe. Eigentlich also ein Mensch, mit dem niemand bei Verstand etwas zu tun haben möchte.
Lange Zeit sah es jedoch so aus, als würde die AfD die Arbeit des Livestreamers wohlwollend betrachten. Distanzierungen gab es keine, ganz im Gegenteil lobte sogar Ulrich Siegmund bei Ben Ungeskripted „Aktivist Mann“, bezeichnete ihn als guten Mann, der eine wertvolle Arbeit erledige. Doch dieses falsche Wegsehen ist jetzt vorbei. Die AfD-Spitze hat sich von Westfal distanziert. Alice Weidels Sprecher teilte dem ThePioneer-Redakteur Paetzold mit: „Die Parteispitze stuft das Verhalten des Herrn auf der Wahlfeier am Sonntag als völlig indiskutabel ein.“
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