Der Verhandlungsstil der EU-Europäer folgt ziemlich exakt ihrem machtpolitischen Anspruch: Es werden Maximalforderungen aufgestellt, dem Verhandlungspartner bleibt kaum Spielraum. Kommt es zu keiner Einigung, reagiert Brüssel regelmäßig mit Sanktionen. Ein besonders illustratives Beispiel bietet der Umgang mit Moskau, das sich inzwischen mit dem 18. Sanktionspaket herumschlagen muss – selbstverständlich ein ökonomisches Eigentor, aber das steht auf einem anderen Blatt.
Um den Geist der Brüsseler Staatsaristokratie metaphorisch zu erfassen, sei an ein euro-phänotypisches, übel riechendes Bonmot des früheren EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker erinnert. Juncker erklärte 1999 dem Spiegel in gelöst-euphorischer Stimmung ziemlich freimütig:
„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“
Naiv-leutselig gewährte Juncker der Öffentlichkeit einen tiefen Einblick in die staatsaristokratisch geprägte Grundstimmung Brüssels und seiner Bürokratie. Von dieser Arroganz der Macht dürfte nun auch US-Präsident Donald Trump einen präziseren Eindruck gewinnen.
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