Zehn Gründe, warum Merz der Anti-Adenauer ist

vor 7 Monaten

Zehn Gründe, warum Merz der Anti-Adenauer ist
Bildquelle: Tichys Einblick

An dieser Stelle könnte ein würdevoller Beitrag stehen, der die kolossalen Leistungen Konrad Adenauers zusammenfasst. Würdigungen wird es aber dieser Tage genug geben. Beschränken wir uns auf das Profan-Politische. Folgend 10 polemische Punkte, warum Friedrich Merz dem ersten Kanzler der Bundesrepublik nicht einmal das Kranenwasser reichen könnte.

Konrad Adenauer war ein brillanter Redner – „Wir wählen die Freiheit!“, schallte es dereinst durch die Nation. Noch berüchtigter war Adenauer aber für seinen Wortwitz, seine Ironie und Bonmots: „Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, haben aber nicht alle den gleichen Horizont.“ Oder: „Die Zehn Gebote Gottes sind deshalb so eindeutig, weil sie nicht erst auf einer Konferenz beschlossen wurden.“

Friedrich Merz dagegen war mal ein großer Rhetoriker während der Jahrtausendwende. Seitdem druckst der CDU-Chef entweder herum – oder es ist ihm so peinlich, dass er wieder zurückrudert. Mal redet er über „kleine Paschas“, um sich dann zu entschuldigen, oder er empört ganz Brasilien mit diplomatisch anstößigen Anekdoten. Adenauer hätte auch beim „Stadtbild“-Zitat vermutlich deutlichere Worte gefunden, statt sich zum Opfer der grünen Presse und Politik zu machen.

Im Übrigen: Der Ausspruch „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“ ist das entstellteste Politikerzitat der Bundesrepublik. Es kann bis heute weder mündlich noch schriftlich nachgewiesen werden. Sehr wohl lässt sich aber der häufig in diesem Zusammenhang zitierte Nachsatz bei Adenauer belegen: „Es kann mich doch niemand daran hindern, jeden Tag klüger zu werden.“ Die Einsicht würden wir auch Friedrich Merz gönnen.

Konrad Adenauer war 73 Jahre alt, als er Kanzler wurde. Überliefert ist sein Ausspruch, dass der Doktor sagte, ein paar Jahre könnte er noch machen. Der „Alte“ sollte die Republik mit eisernem Griff noch 14 Jahre lang lenken. Abgewählt wurde er nie – er trat nach Absprache mit Erhard und der Partei zurück, um den „Dicken“ dranzulassen. Gegen seinen Willen, aber nicht unerfolgreich.

Friedrich Merz ist im November 70 Jahre alt geworden. Wie lange er das Kanzleramt ausfüllt, weiß keiner mehr angesichts der zerstrittenen Koalition. 14 Monate scheinen mittlerweile plausibler als 14 Jahre. Alt sieht er jedenfalls jetzt schon aus. Und zu erzwungenen, aber zumindest gesichtswahrenden Absprachen wird es mit Sicherheit nicht kommen.

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