Jette Nietzard verabschiedete sich am Samstag unter Tränen als Sprecherin der Grünen Jugend. Nachdem mit Henriette Held und Luis Bobga ein neues Führungsduo für die Jugendorganisation der Grünen gewählt worden war, trat Nietzard ein letztes Mal als Vorsitzende vor ihren Verband und versuchte ihre Amtszeit schönzureden. Dabei ging sie auch indirekt auf die schweren Anschuldigungen ein, die infolge eines Spiegel-Berichts gegen sie erhoben wurden – Tenor: Die Kritiker seien an allem schuld.
„Mir ist egal, was Menschen da draußen sagen, was Grüne schreiben oder was Journalistinnen mitzuteilen haben. Meine Priorität war der Verband“, meint Nietzard. Mehrere ihrer Mitstreiter werfen ihr und einer kleinen Gruppe innerhalb der Grünen Jugend vor, andere Mitglieder zu mobben. Demnach würde ein Klima des „Machtmissbrauchs“ bei der Jugendorganisation herrschen.
Doch diesem Eindruck wollte Nietzard widersprechen und fabulierte stattdessen etwas von Gegnern, die sie scheitern sehen wollten: „Ich wurde das ganze Jahr als starke Frau wahrgenommen. Und ich wollte das auch, weil Gegnerinnen wollen, dass du schwach bist. Sie wollen sehen, dass mir das nahe ging, was passiert ist, und dass ich verzweifelt bin. Und das wollte ich ihnen nicht zeigen.“ Immer wieder erhielt Nietzard durch verbale Entgleisungen massive mediale Aufmerksamkeit – selten jedoch aus positiven Gründen.
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