Kulturstaatsminister Wolfram Weimer rechnet trotz der aktuellen Umfragewerte und Wahlergebnisse der Alternative für Deutschland nicht mit einem dauerhaften Hoch der Partei. Im Podcast Alles gesagt? der Wochenzeitung Zeit sagte Weimer prophezeiend: „Ich würde mal eine Wette eingehen, dass das, was wir da erlebt haben, ein singuläres Ereignis ist. Wir werden, glaube ich, nicht mehr erleben, dass die AfD noch mal so ein Ergebnis bekommt. Nirgends und nie.“
Hinter dem Erstarken der AfD sieht Weimer zunächst nur eine tiefgreifende Veränderung der politischen Debattenkultur, die die Mitte der Gesellschaft verschlafen habe. Während sich die Auseinandersetzung zwischen rechts und links über Jahrzehnte hinweg vor allem an Verteilungsfragen entzündet habe, stünden heute Identitätsfragen stärker im Zentrum: „Wer sind wir? Woher kommen wir? Wer wollen wir sein?“ – so drückt es Weimer aus.
Die gesellschaftliche Mitte habe diesen neuen Fokus versäumt. Man habe den Rändern über einen zu langen Zeitraum „die Stimme, die Bühne, die Sichtbarkeit“ überlassen. Es benötige eine starke Präsenz der demokratischen Kräfte, gerade auch bei patriotischen und historischen Themen, um dem entgegenzuwirken. Weimer meint, dass nationale Symbole oder Geschichtsorte wie das Hambacher Schloss oder das Hermannsdenkmal nicht der AfD überlassen werden dürfen. Den politischen Konflikt beschrieb der Staatsminister als einen „großen Kulturkampf“, der sich gezielt gegen die bürgerliche Mitte richte.
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