„Widersetzen“ und der Mythos vom „gewaltfreien“ Widerstand gegen die AfD

vor etwa 2 Monaten

„Widersetzen“ und der Mythos vom „gewaltfreien“ Widerstand gegen die AfD
Bildquelle: Apollo News

Dieses Mal soll endlich der ganz große Wurf gelingen. Nach den Teilerfolgen bei den Anti-AfD-Blockaden in Riesa und Gießen hat sich das antifaschistische Aktionsbündnis „widersetzen“ fest vorgenommen, den AfD-Bundesparteitag, der am 4. und 5. Juli in Erfurt stattfinden soll, zu verhindern – mit massivem zivilem Ungehorsam in Form „friedlicher“ Straßenblockaden in und um die thüringische Landeshauptstadt.

Doch die gebetsmühlenartig betonte Friedfertigkeit und der vermeintlich kategorische Gewaltverzicht von „widersetzen“ sind letztlich nicht viel mehr als PR-Erzählungen für die breite Öffentlichkeit. Denn der Versuch, eine ganze Großstadt für einen Tag lahmzulegen und den Tagungsort der AfD-Versammlung vollständig von der Außenwelt abzuschneiden, impliziert von vornherein Straßenkämpfe und gewaltvolle Auseinandersetzungen mit der Polizei und AfD-Delegierten – unabhängig davon, mit welchen Mythen die Aktivisten ihren heroischen Widerstand gegen die AfD zu rechtfertigen suchen.

„Exakt 100 Jahre nach dem Neugründungsparteitag der NSDAP im benachbarten Weimar will sich die AfD treffen, um ihren Weg zur Macht zu planen. Wir werden das nicht zulassen“, heißt es freimütig in einem internen Strategiepapier. Und in ihrem jüngsten Newsletter-Schreiben verkündet das Aktionsbündnis: „Dieser Parteitag darf nicht stattfinden! Er wäre eine faschistische Zusammenrottung mit Björn Höcke an der Spitze.“

Schon für die Proteste gegen den AfD-Parteitag in Riesa Anfang 2025 und gegen die Neugründung der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ Ende November vergangenen Jahres hat das linke Bündnis Zehntausende überwiegend junge Menschen auf die Straße gebracht. Jürgen Fehler, Einsatzleiter der Polizei während des Protestwochenendes in Gießen, hat mit Blick auf die Größenordnung der verschiedenen Aktionen damals von der „größten Mobilisierung“ von Veranstaltungsgegnern für Blockademaßnahmen in der Geschichte der Bundesrepublik gesprochen (Apollo News berichtete).

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