Die ARD und die Stuttgarter Kirche laden die Christmette aus St. Maria mit ganz großen Worten auf: „So viel Mensch war nie!“ Im Zentrum stehe die Menschwerdung Gottes „in einer verletzlichen Welt“, sichtbar gemacht durch eine Krippe, „in der ein echter Mensch liegt“. Und dann liegt da kein Kind, sondern ein wackelnder erwachsener Körper, eingehüllt in Reispapier und rötlichem Licht, der durch einen Strohhalm atmet. Die Beschreibung der Performance erklärt: das Papier soll „an Haut erinnern“ und die Bewegungen seien „kaum sichtbar“.
St. Maria ist zeitgeistig und politisch überkorrekt. Dort brachten Klima-Agitateure ein Banner mit der Frage „Wäre Jesus Klimaaktivist?“, an. Die Aktion sei gemeinsam von der Kirche und den Aktivisten geplant und ausgeführt worden. Die Messe mit dem Performance-Jesuskind ist also kein zufälliger Ausrutscher, es ist Programm. Der Altar ist Bühne, die Kirche Resonanzraum für politische Kampagnen, die Predigt Agitation.
In der Migrationspolitik sind die Kirchen längst nicht mehr Seelsorger, sondern politische Akteure. Die Deutsche Bischofskonferenz organisiert eigene Flüchtlingsgipfel und versteht ihre Arbeit ausdrücklich als Beitrag zu Aufnahme und Versorgung. Die großen Kirchen mischen sich in konkrete Gesetzesvorhaben ein, etwa gegen einen Stopp des Familiennachzugs.
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