Den freien Medien wie Tichys Einblick und der investigativen Arbeit von Journalisten wie Alexander Wallasch verdankt die deutsche Öffentlichkeit jene Einblicke in die zweifelhaften Geschäftspraktiken von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, die sonst im Dunkeln geblieben wären.
Wären diese Redaktionen nicht konsequent am Ball geblieben, wäre die Plagiatsaffäre der Weimer Media Group ebenso unentdeckt geblieben wie die intransparente Lobby-Kontaktbörse des Ministers: der jährlich ausgerichtete Ludwig-Erhard-Gipfel, der mehr als tausend Teilnehmer mit führenden Politikern zusammenführt.
Besonders dreist ist die Verflechtung zwischen Weimer und der Bayerischen Staatskanzlei, die das Format zwischen 2022 und 2025 mit rund 700.000 Euro Steuergeld alimentierte. Geld fließt hier ohnehin reichlich: Sponsoren- und Partnerpakete zur Gipfelteilnahme bringen den Weimers branchenübliche Preise zwischen 20.000 und 100.000 Euro ein.
Und die Gesprächsrunden sind zumindest vorgeblich erstklassig besetzt. Noch bei jedem einzelnen Punkt, in den gebohrt wurde, wurde mehr Schein als Sein zutage befördert. Zu den angeblichen Sponsoren (sofern deren Logos nicht ähnlich wie bei den angeblichen Medienpartnern mal eben so auf eine Wand geklatscht wurden, ohne dass es tatsächlich so gewesen ist) zählen in diesem Jahr Audi, British American Tobacco, EY, Roland Berger, Morgan Stanley, JP Morgan, ebenso Google und McDonald’s. Auch die Warburg Bank ist wieder mit von der Partie — ein buntes Panorama globaler Lobby-Ökonomie, die sich demnach am Tegernsee versammelt. Wie gesagt: unter Vorbehalt.
Warburg Bank — da war doch etwas! Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz geriet seinerzeit wegen seiner Treffen mit Warburg-Bankiers im Kontext der Cum-Ex-Affäre unter Druck. Lediglich seine lückenhaften Erinnerungen und die fehlende Dokumentation dieser Hinterzimmer-Treffen schützten den Sozialdemokraten vor strafrechtlichen Konsequenzen und die Bank vor erheblichen Steuerrückforderungen.
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