Seit 2005 arbeitete Fred Göcken beim Jobcenter Bremen. In einer im Mai ausgestrahlten 44-minütigen Dokumentation des ZDF kritisierte er die Arbeitsweise seiner Behörde. Jetzt, wenige Wochen später, hat die Stadt Bremen Göcken fristlos gekündigt. Aus dem Kündigungsschreiben vom 28. Mai, das unter anderem der FAZ vorliegt, geht hervor, dass man ihm vorwirft, das Jobcenter „diffamiert“ zu haben.
In der ZDF-Reportage „Am Puls mit Sarah Tacke – System Bürgergeld: Leben ohne Leistung“ werden Missstände im Jobcenter, darunter Leistungsbetrug, thematisiert. Im Interview kritisiert Göcken: „Geldausgeben ist unsere zentrale Aufgabe – so betrachten das viele von uns“. Dem Mitarbeiter zufolge würde sich das System im Ergebnis selbst erhalten.
Wenn die Mitarbeiter allen Bürgergeldempfängern einen Arbeitsplatz vermitteln würden, dann „wäre ihre Tätigkeit überflüssig“, erklärt Göcken. Zudem würden „zwischen 30 und 40 Prozent“ der Bürgergeldempfänger falsche Angaben machen, um weiterhin von den Leistungen zu profitieren, vermutet Göcken. „Das ist im Jobcenter eigentlich ein offenes Gehemnis“. Der Jobcenter-Mitarbeiter fordert in dem ZDF-Beitrag zudem mehr Sanktionen.
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