„Was hat die Frau geraucht?!“

vor 2 Monaten

„Was hat die Frau geraucht?!“
Bildquelle: Tichys Einblick

Bärbel Bas stellte sich im Bundestag hin und sagte einen Satz, der in vielen Kommunen wie Hohn klingen muss: „Es wandert niemand in unsere Sozialsysteme ein.“ Die kommunistische Bundesarbeitsministerin und SPD-Vorsitzende mit einem ganz besonderen Verhältnis zu Wahrheit wie zu Deutschen, sprach über ein System, dessen Überlastung längst in Jobcentern, Schulen, Unterkünften, Sozialkassen und Rathäusern sichtbar ist.

Jörg Sartor, langjähriger Vorsitzender der Essener Tafel, reagierte in einem sehr hörenswerten Gespräch mit Kontrafunk darauf mit einer Frage, die hängen bleibt: „Was hat die Frau geraucht?!“ Sartor kennt den unverstellten sozialen Alltag aus zwei Jahrzehnten ehrenamtlicher Arbeit. Die Essener Tafel gibt wöchentlich rund 5000 Menschen eine große Lebensmitteltüte. Zusätzlich versorgt sie etwa 100 soziale Einrichtungen in der Stadt.

Sartors Urteil über Bas’ Aussage fällt dementsprechend hart und deutlich aus. Sie sei „überhaupt nicht nachvollziehbar“ und „überhaupt nicht stimmig“. Jeder in diesem Land wisse, dass sie nicht stimme. Die Regierung erklärt ein Problem für abwesend, das in der sozialen Praxis täglich vor der Tür steht. Sartor rückt auch die Rolle der Tafeln zurecht. Sie seien kein Ersatz für den Staat. Der ursprüngliche Gedanke der Tafeln sei gewesen, Lebensmittel vor der Vernichtung zu schützen und damit bedürftige Menschen zusätzlich zu unterstützen. Für die Versorgung der Menschen müsse der Staat sorgen. Wenn die Tafel in Essen morgens abschließe, verhungere dort niemand, sagt Sartor. Aber 5000 oder 6000 Menschen gehe es dann deutlich schlechter.

Der Staat verteilt mit dem Geld der Steuerzahler großzügig Ansprüche, schafft unvorstellbare Anreize, öffnet Missbrauch Tür und Tor, verliert die Kontrolle und verlässt sich am Ende darauf, dass Ehrenamtliche die sichtbaren Folgen abfedern.

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