Ein Pflegeheimplatz kostet in Deutschland 2026 im ersten Aufenthaltsjahr im Schnitt 3.245 Euro Eigenanteil pro Monat. Das ist nicht der Gesamtpreis, sondern nur der Betrag, den Bewohner nach Abzug der Leistungen der Pflegeversicherung selbst schultern müssen. Die tatsächlichen Heimkosten liegen oft deutlich darüber, abhängig von Heim, Bundesland, Pflegegrad, Zimmer, Investitionskosten und Personalkosten.
Regional sind die Unterschiede laut Daten des Ersatzkassenverbands erheblich. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen lag der Eigenanteil im ersten Jahr Anfang 2026 zum Beispiel bei 3.582 Euro, in Sachsen bei 2.986 Euro und in Sachsen-Anhalt bei 2.720 Euro.
Die Pflegekasse übernimmt einen Teil der Kosten, abhängig vom Pflegegrad des Pflegebedürftigen. Bei vollstationärer Pflege zahlt sie 2026 monatlich für Pflegegrad 3, also für jenen Pflegegrad, ab dem der Heimeinzug statistisch besonders relevant wird, 1.319 Euro. Pflegegrad 2 wird überwiegend noch zu Hause aufgefangen. Für Pflegegrad 4 zahlt die Pflegekasse 1.855 Euro, für den höchsten Pflegegrad 5 sind es 2.096 Euro.
Für den Eigenanteil werden Einkommen und Vermögen herangezogen. In der Regel ist das Einkommen die Altersrente. Reicht das Einkommen nicht aus, wird das Vermögen in Anspruch genommen (bis auf das Schonvermögen in Höhe von 10.000 Euro), das eigene und auch das des Ehepartners. Damit greift die Pflegebedürftigkeit nicht nur in das Leben des Heimbewohners ein, sondern unter Umständen auch in die Altersvorsorge des Ehepartners. Auch er muss dann Einkommen, Ersparnisse und private Rücklagen einsetzen.
Um Pflegebedürftige zu entlasten, die lange im Heim leben, gibt es Zuschüsse aus der Pflegekasse, die mit der Dauer des Heimaufenthalts steigen. Je länger jemand im Heim lebt, desto stärker wird der pflegebedingte Eigenanteil bezuschusst: ab dem ersten Monat mit 15 Prozent, nach 12 Monaten mit 30 Prozent, nach 24 Monaten mit 50 Prozent und nach 36 Monaten mit 75 Prozent. Das senkt allerdings nur den pflegebedingten Teil der Kosten, nicht Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten.
Viele Pflegebedürftige kommen gar nicht mehr in den „Genuss“ der höheren Zuschüsse, weil sie vorher versterben. Im Durchschnitt leben Pflegeheimbewohner in Deutschland nach dem Einzug noch etwa zwei Jahre.
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