Für den schokobraunen Genuss müssen die Verbraucher immer tiefer in die Tasche greifen, denn die Schokoladenpreise kennen derzeit nur eine Richtung: bergauf. Die einstige „Schallgrenze“ von einem Euro für eine 100-Gramm-Tafel ist längst Geschichte. Heute kostet eine Tafel Milka-Vollmilchschokolade bis zu 2 Euro, fast gleichauf mit Ritter Sport, einem anderen deutschen Klassiker.
Wer genau hinschaut, erkennt schnell, warum Milka die Zwei-Euro-Grenze nicht reißt: Die Tafel wiegt nur noch 90 Gramm. Weniger für mehr Geld, eine beliebte und erfolgreiche Masche der Lebensmittelindustrie. Die Tafeln von Ritter Sport bringen dagegen noch 100 Gramm auf die Waage, allerdings muss man hier leichte Abstriche bei der Qualität machen. Die hat eben ihren Preis!
Grund für die Preissteigerungen sind allerlei Wetterunbilden und Pflanzenkrankheiten in Westafrika, einem der wichtigsten Herkunftsländern von Kakao, die zum Teil dem „Klimawandel“ zugeschrieben werden. Dazu kommen natürlich die allgemeine Inflation infolge gestiegener Energiekosten, spekulative Aktivitäten auf dem Kakaomarkt sowie die steigende Nachfrage nach Schokolade in Asien.
Bei der allgemeinen Klage über die hohen Kakaopreise sollte man nicht vergessen, dass die niedrigen Preise der Vergangenheit den schwierigen Arbeits- und Lebensbedingungen vieler Kakaobauern nicht gerecht wurden. Der Druck zur Erweiterung der Anbauflächen führte dazu, dass Kakao auch dort angebaut wurde, wo die Bedingungen nicht die besten sind, was wiederum Missernten begünstigt. Wer Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit möchte, muss dafür blechen. So einfach ist das! Doch die Moral und die Parolen von sozialer Gerichtigkeit verstummen meist an der Kasse.
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