Das Video verbreitete sich in Windeseile in den sozialen Medien: Ein Mann schwarzafrikanischen Phänotyps kniet auf einem Mann, dessen Gesicht blutverschmiert ist. Mit einem Messer macht sich der Dunkelhäutige daran, den Kopf des Opfers abzuschneiden. Rufe werden laut, drei Männer erscheinen im Bild, einer von ihnen schlägt mit einem Hurling-Schläger wieder und wieder auf den Täter ein. Es gelingt den dreien, ihn wegzuziehen. Das Opfer wird später mit schweren Verletzungen im Gesicht, an Kopf und Hals ins Krankenhaus eingeliefert werden. Am Dienstagnachmittag befindet er sich laut Angaben der Polizei in kritischem Zustand.
Vierundfünzig Sekunden Horror. Nicht aus einem Film von Quentin Tarantino, nicht dokumentiert von einem Reporter, der aus einem zentralafrikanischen Bürgerkriegsgebiet berichtet, sondern aufgenommen in einem Wohnviertel in Belfast. Die Aufnahmen sind verstörend, schockierend, empörend: Es fehlen die Worte, um die Fassungslosigkeit auszudrücken, mit der Westeuropäer Zeuge werden, wie sich eine überwunden geglaubte Brutalität auf den eigenen Straßen bahnbricht, wie sich albtraumhafte Szenen aus fernen Ländern plötzlich vor der eigenen Haustür abspielen: Messermorde, Machetenmänner, Enthauptungen – mitten in Europa.
Dass Politiker und Polizeisprecher dazu aufriefen, die Filmaufnahmen dieses Verbrechens weder anzuschauen noch zu verbreiten, hatte jedoch nur zum Teil zum Ziel, die Bürger vor traumatisierenden Bildern zu schützen. Es handelte sich schlicht um einen Aufruf zur Selbstzensur. Was Behörden nicht mehr verhindern können, soll der brave Bürger selbst tun. Er soll sich vor unliebsamen Informationen abschirmen. Die unliebsamste: dass der Täter kein kaukasischer Europäer ist.
Obwohl an der Echtheit der Aufnahmen kein Zweifel aufkam, unterschlugen Medien wie die BBC anfangs diese Information, bis am frühen Dienstagnachmittag eine Polizeimeldung den noch am Tatort festgenommenen Mann als Sudanesen auswies – zuvor wurde spekuliert, er sei Somalier. Er soll sich mit einem Fünfjahresvisum im Vereinigten Königreich aufgehalten haben.
PUTINS KRIEG: Ukraine im Wettlauf gegen die Zeit! Russen erkämpfen sich die Überhand zurück | STREAM










