In einem Interview mit dem Handelsblatt zum Thema Reformen sprach Verdi-Chef Frank Werneke auch über den Auftritt von Bundeskanzler Friedrich Merz beim DGB-Kongress im Mai.
Auf die Frage, ob ihm die vielen Gewerkschafter unangenehm waren, die Friedrich Merz ausgebuht haben, antwortete Werneke: „Nein. Der Kanzler hat inhaltlich und im Stil komplett am Saal vorbeigeredet. Da saßen Krankenpflegerinnen, Busfahrer oder Menschen aus der Industrie, deren Jobs gerade bedroht sind. Er hat nicht einmal versucht, eine Brücke zu deren Lebenswirklichkeit zu schlagen. Gemessen daran haben die Delegierten die Rede fast die ganze Zeit höflich ertragen. Es gab nur an zwei Stellen Unmutsbekundungen: bei den Themen Rente und Gesundheitsreform. Da gibt es aber nichts zu entschuldigen. Das muss der Kanzler abkönnen.“
„Für Verdi hat es ein widerspruchsfreies Seite-an-Seite-Verhältnis nie gegeben. Natürlich gibt es historische Wurzeln. Aber wir bemühen uns um einen guten Umgang mit SPD, Grünen, Linken und auch mit der Union. Unter Angela Merkel hat die Union allerdings stärker den Austausch gesucht als heute.“
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