Der österreichische Energieökonom Nebojša Nakićenović hat das umstrittene Worst-Case-Klimaszenario RCP8.5 verteidigt. In einem Interview mit der Zeit sagte der frühere IPCC-Leitautor auf die Frage, ob es richtig sei, dass Klimaforscher das Szenario künftig nicht mehr berücksichtigen wollten: „Nein.“ Er würde „so ein extremes Szenario nach wie vor nicht ausschließen“.
Auf den Einwand, Kritiker bemängelten seit Jahren, eine Verzehnfachung der Kohlenutzung und eine Verdreifachung des CO₂-Gehalts seien undenkbar, antwortete er: „Es ist egal, wie wahrscheinlich oder realistisch RCP8.5 betrachtet wird!“ Am Ende seien das „Berechnungen, Narrative, wie sich die Zukunft entwickeln könnte, und zwar in verschiedenste Richtungen“.
Damit bestätigt ausgerechnet einer der zentralen Entwickler des Szenarios den Kernvorwurf vieler Kritiker: RCP8.5 war nie in erster Linie eine realistische Prognose, sondern ein Extremmodell. Genau dieses Modell wurde jedoch jahrelang in Medien, Politik und Klimadebatte als Maßstab für drohende Katastrophenszenarien verwendet.
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