Fast zehn Jahre nach Standing Rock bekommt der Konflikt um die Dakota-Access-Pipeline ein neues, juristisch scharfes Kapitel. Ein Richter im US-Bundesstaat North Dakota hat erkennen lassen, dass Greenpeace International sowie die US-Organisationen von Greenpeace Schadenersatz in Höhe von 345 Millionen Dollar zahlen sollen, umgerechnet 292 Millionen Euro. Begünstigt wäre der Pipeline-Betreiber Energy Transfer.
Ausgangspunkt ist ein Juryurteil vom März 2025. Damals wurden Energy Transfer zunächst mehr als 660 Millionen Dollar zugesprochen. Richter James Gion reduzierte diesen Betrag später um etwa die Hälfte. Die Vorwürfe bleiben jedoch schwer: Es geht um Verleumdung, Verschwörung, Hausfriedensbruch sowie um unerlaubte Eingriffe in Geschäftsbeziehungen. Inhaltlich dreht sich der Streit um die Rolle von Greenpeace bei den Protesten 2016/2017 und um die Behauptung, Aktionen hätten Bauarbeiten gestört und Schäden verursacht.
Wichtig ist die juristische Einordnung: Es handelt sich um Zivilrecht, nicht um Strafrecht. Der Maßstab ist nicht eine strafrechtliche Schuld, sondern die Frage, ob und in welcher Höhe ein Unternehmen für behauptete Schäden entschädigt werden muss. Genau deshalb können Summen dieser Größenordnung entstehen.
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