Sowohl das ZDF-Politbarometer als auch die INSA-Umfrage für die BILD am Sonntag sehen die AfD mit 26 beziehungsweise 27 Prozent als jeweils stärkste Partei. Dahinter folgt die Union mit 25 beziehungsweise 24 Prozent auf Platz 2. Rechnet man die CSU heraus hätte die CDU gerade noch 20 Prozent. Damit hat sich ein Zweikampf an der Spitze etabliert, bei dem die AfD – je nach Institut – leicht führt oder zumindest gleichauf liegt, aber politisch erstmals die AfD klar als dominierende Kraft wahrgenommen wird.
Auffällig ist vor allem der Absturz der FDP, die in beiden Umfragen klar unter der Fünf-Prozent-Hürde bleibt. Wolfgang Kubicki als möglicher neuer Parteichef ist in den Umfragen noch nicht wirksam. Auch das Bündnis Sahra Wagenknecht spielt mit drei bis vier Prozent bislang keine durchschlagende Rolle mehr. Bei der letzten Bundestagswahl fehlten nur weniger Tausend Stimmen. Jetzt ist die Lücke unaufhaltbar.
Das Gesamtbild ist eindeutig: Das traditionelle Parteiensystem verschiebt sich weiter. Die politische Mitte – einst getragen von Union und SPD – ist fragmentiert und geschwächt. Gleichzeitig wächst der Abstand zwischen gesellschaftlicher Realität und regierungsfähigen Mehrheiten: Rein rechnerisch werden stabile Koalitionen schwieriger, politisch akzeptierte Bündnisse noch mehr.
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