Tausende Opfer, immer die gleiche Vorgangsweise – und dazu noch eine harte politische Debatte über Massenzuwanderung und Rassismus: Das Thema Grooming-Gangs emotionalisiert bereits seit Jahren ganz Großbritannien. Große Skandale in Städten wie Rotherham (bis zu 1.400 Opfer), Rochdale, Oxfordoder und Telford flogen auf.
Viele der verurteilten Täter hatten einen pakistanisch-muslimischen Hintergrund (British-Pakistani), was zu heftigen Debatten über Ethnizität, Kultur, politische Korrektheit und über ein Behördenversagen führte. Die Polizei und Kommunalverwaltungen hatten offenbar jahrelang weggeschaut – aus Angst, als „rassistisch“ zu gelten, wenn sie das ethnische Muster beim Namen nennen.
Mit erheblicher Verspätung beginnt nun in Großbritannien eine landesweite Untersuchung der sogenannten Grooming-Gangs – einem der erschütterndsten Missbrauchsskandale der jüngeren britischen Geschichte. Die aktuell vom Home Office auf X angekündigte Aufarbeitung könnte allerdings bis ins Jahr 2029 dauern. Für tausende Betroffene bedeutet der Start der Untersuchung dennoch einen wichtigen Moment: die Aussicht auf Anerkennung, auf Gerechtigkeit und ein mögliches Ende jahrelanger Verdrängung.
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