Der Grooming-Gang-Skandal holt Keir Starmer mit voller Wucht ein

vor 4 Monaten

Der Grooming-Gang-Skandal holt Keir Starmer mit voller Wucht ein
Bildquelle: Tichys Einblick

Der Clip, der jetzt wieder durchs Netz geht, zeigt keinen frischen Zwischenfall, sondern eine ältere Szene vom 7. Februar 2022. Starmer wird von umstehenden Menschen angebrüllt, als Verräter und „Pädophilenschützer“ markiert. Reuters hat später festgehalten, dass dieses Video irreführend als aktuelles Material herumgereicht wird. Ja, vielen Dank. Doch obwohl die Aufnahme alt ist, trifft ihre Wucht immer noch einen Nerv: Sie illustriert die aufbrandende Wut über die Rolle Keir Starmers bei der Vertuschung und Verschleppung des größten Massenmissbrauchskandals in der britischen Geschichte durch pakistanische Einwanderer.

Denn in der britischen Öffentlichkeit steht Starmer für viele nicht als Aufklärer dieses Skandals da, sondern als Mann eines Apparats, der bei den Grooming Gangs zu lange wegsah und die Wahrheit erst dann zuließ, als der Druck von außen nicht mehr auszuhalten war.

Der Kern des Problems liegt in Starmers Zeit als Director of Public Prosecutions von 2008 bis 2013. Gerade in diesen Jahren versagte der Staatsapparat in Fällen organisierter sexueller Ausbeutung von Mädchen auf erschütternde Weise. Der Fall Rochdale wurde zum Menetekel: Eine Anklage wurde zunächst nicht erhoben, weil man die Hauptzeugin für unglaubwürdig hielt. Erst nach Überprüfung durch Nazir Afzal wurde die Entscheidung gekippt. Öffentlich belegbar ist nicht, dass Starmer persönlich einzelne Verfahren blockierte. Politisch entlastet ihn das aber nicht. Wer an der Spitze einer Behörde steht, trägt Verantwortung für ihre Maßstäbe, ihre Blindstellen und ihr Versagen. Und diese Behörde versagte genau dort, wo ein Staat am härtesten hätte sein müssen: beim Schutz missbrauchter Kinder.

Hinzu kommt, dass die CPS ihre Leitlinien zum Umgang mit Opfern erst 2013 deutlich nachschärfte. Erst da wurde der Fokus stärker weg von vorschnellen Glaubwürdigkeitsurteilen über Opfer und stärker hin zur Gesamtwürdigung der Vorwürfe verschoben. Das war keine Heldentat, sondern ein spätes Eingeständnis, dass der Apparat zuvor in zentralen Punkten falsch dachte. Der Staat hatte nicht nur zu wenige Täter verfolgt. Er hatte auch ein Denken kultiviert, dem gemäß sich die ohnehin geschundenen Opfer Misstrauen und Verdächtigungen stellen mussten, bevor ihre Peiniger überhaupt ernsthaft ins Visier gerieten.

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