TU Berlin schließt Hauptgebäude wegen gravierender Sicherheitsmängel

vor 3 Monaten

TU Berlin schließt Hauptgebäude wegen gravierender Sicherheitsmängel
Bildquelle: Tichys Einblick

An der Straße des 17. Juni steht jetzt ein ziemlich genaues Modell der Bundesrepublik. Außen historischer Anspruch, innen marode Wirklichkeit, davor ein Absperrband und dahinter eine Verwaltung, die plötzlich „mit Hochdruck“ arbeitet. Die Technische Universität Berlin hat ihr Hauptgebäude am Freitag komplett dichtgemacht, weil Bauaufsicht und Feuerwehr bei einer Begehung erhebliche Sicherheitsmängel feststellten. Die Sicherheit war nicht mehr gewährleistet. Also wurde verriegelt, was längst hätte saniert werden müssen.

Der Fall ist deshalb so peinlich, weil er das Endprodukt jahrelanger Zustandsverwaltung ist. Nach Informationen der Morgenpost waren viele Brandschutz- und Baumängel teilweise seit Jahren bekannt. Beanstandet worden seien sie bisher von der Bauaufsicht nicht. Aus Senatskreisen kommt dazu der Satz: „Nun macht jemand seinen Job.“ Man muss den Satz nochmal lesen. Und nochmal. In der Berliner Passierschein-A38-Welt ist das offenbar schon eine Sensation. Der normale Vollzug staatlicher Verantwortung bekommt dort den Klang einer Sonderoperation.

Der aktuelle Auslöser passt in seiner Absurdität so gut ins Bild, dass man ihn kaum erfinden könnte: Ein marodes Wasserrohr befindet sich genau über dem Sicherungskasten für den Notstrom. Wenn man wissen will, wie Deutschland im Jahr 2026 aussieht, muss man nur diesen Satz lesen.

Ein Land kassiert Rekordsteuern von seinen Bürger, verteilt Geld in alle Richtungen, pflegt politische Weltrettungsprogramme und schafft es zugleich nicht, ein Wasserrohr über einem Notstromkasten rechtzeitig zu beseitigen. Das ist keine Petitesse, das ist die Verwaltung des Verfalls.

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von Tichys Einblick

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von Tichys Einblick zu lesen.

Weitere Artikel