Donald Trump hat die Vereinten Nationen in New York für einen seiner schärfsten Auftritte seit seiner Wiederwahl genutzt. Vor der Generalversammlung erklärte der US-Präsident, Europa sei „auf dem Weg in die Hölle“ – wegen unkontrollierter Migration und einer aus seiner Sicht ruinösen Energiepolitik. „Ihr zerstört eure Länder … Europa ist in ernsthaften Schwierigkeiten“, rief Trump den Ländervertretern zu.
Es war seine fünfte Rede vor den Vereinten Nationen, die erste nach seiner Rückkehr ins Amt. Und sie machte deutlich: Trumps zweite Amtszeit ist noch kompromissloser „America First“ als die erste. Die Rede dauerte 57 Minuten – fast viermal länger als die erlaubten 15 Minuten –, die dahinter sitzende Annalena Baerbock schaute starr gerade aus und wusste offensichtlich nicht, was tun. Die Rede war eine einzige Machtdemonstration, eine Mischung aus Wahlkampfrede, Abrechnung mit der eingebildeten internationalen Ordnungsmacht – vermischt mit persönlichen Erinnerungen.
„Ich liebe Europa, ich liebe die Menschen in Europa. Aber ich hasse es zu sehen, wie es durch Migration und die falsche Energiepolitik zerstört wird. Dieses zweischwänzige Monster vernichtet alles auf seinem Weg“, so Trump. Politische Korrektheit sei dafür verantwortlich, dass Europas Eliten untätig blieben. „Ihr zerstört euer Erbe.“
Die Vereinten Nationen selbst nahm Trump nicht aus. Er erinnerte an sein Angebot Anfang der 2000er, das UN-Hauptquartier in New York auf eigene Kosten zu renovieren. Abgelehnt. Stattdessen stünden die Diplomaten heute „auf billigen Terrazzo-Böden“. Die UN, so Trump, seien ein Musterbeispiel für Verschwendung und Inkompetenz: „Alles, was sie tun, ein scharf formuliertes Schreiben verfassen – und dann passiert nichts.“
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