Kurz vor dem Landesparteitag des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) an diesem Samstag in Gera deutet sich ein möglicher Kurswechsel an. Nach längeren Spannungen zwischen Parteigründerin Sahra Wagenknecht und der Landesvorsitzenden Katja Wolf kündigt der bisherige Co-Vorsitzende Steffen Schütz seinen Rückzug an. Er wird nicht erneut kandidieren, wie ein Sprecher des BSW am Donnerstag bestätigte.
Schütz nannte die schwierige Situation der Partei als Grund: „Das Projekt BSW erfordert manchmal, dass man zurücksteckt“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Er wolle helfen, „Gräben, die gerissen worden sind, zu schließen“ und die Partei in Thüringen stabil aufzustellen. Das sei auch wegen der Regierungsbeteiligung mit CDU und SPD wichtig.
Noch am Dienstag hatten Schütz und Wolf gemeinsam erklärt, erneut kandidieren zu wollen. Sahra Wagenknecht zeigte sich nach der Ankündigung überrascht. Gegenüber dem Stern sagte sie: „Ich war davon ausgegangen, dass es in Thüringen längst Konsens war, Partei- und Regierungsamt zu trennen, was ja auch sinnvoll ist.“ Wolf ist derzeit Finanzministerin und Landtagsabgeordnete – und will trotz interner Konflikte beide Ämter behalten. Schütz halte ihre Kandidatur weiterhin für „wichtig und richtig“, berichtet der MDR.
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