Die Bundesanwaltschaft wirft Fahad A. (48) „Mord in 70 Fällen sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch Tötungen, Folter und Freiheitsberaubungen“ vor. Die Anklage zeichnet das Bild eines Mannes, der Teil eines grausamen Unterdrückungsapparates gewesen sein soll – für das Regime von Baschar al-Assad, das weltweit für seine Taten bekannt wurde.
Fahad A. konnte wie hunderttausende andere Migranten als Kriegsflüchtling nach Deutschland kommen und hat im Jahr 2023 Asyl beantragt. In der westpfälzischen Stadt Pirmasens lebte er zunächst unerkannt mit seiner Familie – bis Ermittler des Bundeskriminalamtes im Mai 2025 zugriffen. Der Verdacht: A. war einst Unteroffizier im syrischen Geheimdienst und als Wärter im berüchtigten Al-Khatib-Gefängnis in Damaskus eingesetzt.
Dieses Gefängnis, auch als „Abteilung 251″ bekannt, gilt als einer der Orte, an denen Oppositionelle systematisch misshandelt wurden. Laut Anklage soll Fahad A. von April 2011 bis April 2012 mindestens 115 Menschen gefoltert haben. Die geschilderten Methoden sind erschütternd: Stromschläge, Schläge mit Kabeln und Gegenständen, simuliertes Ertränken durch Waterboarding. Gefangene seien nachts mit kaltem Wasser übergossen worden, um ihnen Todesangst einzujagen.
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