Symptom Daniel Günther: Eine späte Blüte im Sumpf von Zensur und totalitärer Anmaßung

vor 6 Monaten

Symptom Daniel Günther: Eine späte Blüte im Sumpf von Zensur und totalitärer Anmaßung
Bildquelle: Tichys Einblick

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat im Salonton den Vorhang vor den wahren Zensurbestrebungen der Politik weggezogen. Im sicheren Biotop des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hat er sich schlicht verplaudert und den Scheinwerfer auf die repressiven Tendenzen im Parteiensystem gerichtet. Wir befinden uns in einem kritischen Abwehrkampf gegen die Feinde der Freiheit.

Mancher gelangt zufällig zu Bekanntheit und Ruhm. Dem einen fällt Fortuna in den Schoß, der andere erlebt seine zehn Minuten öffentlichen Glanzes durch einen rhetorischen Geistesblitz. Im Falle des Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein jedoch handelt es sich um eine zweifelhafte Ehre.

Der CDU-Politiker Daniel Günther glitt in der Sendung von Markus Lanz im Zweiten Deutschen Fernsehen in jenen enthüllenden Plauderton, dem Menschen gewöhnlich genau dann verfallen, wenn sie sich in einem vermeintlich sicheren sozialen Umfeld wähnen – dort, wo man keine Kritik mehr erwartet, ganz gleich, was einem über die Lippen kommt. Darum landet Tilo Jung auch immer wieder größere Scoops, wenn linke Politiker sich zu Gast in seinen Podcasts bei ihm verplappern.

Was bei Günthers Gastspiel bei Lanz zutage trat, war eine verdammungswürdige Haltung gegenüber dem Prinzip der Meinungsfreiheit und gegenüber kritischen Medien: Die Androhung von Zensur bis hin zur Sperrung einzelner Plattformen, darunter das Portal Nius, offenbart einen tiefen ethischen Sturz. Es zeigt sich ein wachsender, subtil operierender Repressionsapparat, dessen Ausläufer uns nun erreichen– eine Mahnung, die wir ernst nehmen sollten.

Beinahe urkomisch wirkte, wie der zum Star-Moderator stilisierte Lanz im Gleichklang des staatsaffinen Mediensektors im Nachgang versuchte, den glasklar artikulierten Zensurwunsch des Provinzfürsten Günther rhetorisch auf ein Minimum herunterzudimmen. Dekontextualisieren, zerstreuen und den eigentlichen Skandal mit neuen Empörungswellen wie der Grönlanddebatte überdecken – so funktioniert der mediale Reparaturbetrieb.

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