Wer heute in ein deutsches Theater geht, sollte freien Eintritt haben, denn die Theaterkarte hat er längst bezahlt. Warum? Ganz einfach: weil die deutschen Theater zu 82 Prozent vom Steuerzahler finanziert werden. Vier Fünftel des Budgets aller deutschen Theater, ob klein oder groß, winzig oder wichtig, Berlin oder Provinz, kommen vom Steuerzahler. Die Einnahmen aus dem Kartenverkauf sind für die Theater nur noch ein kleines Zubrot, von dem allein sie niemals leben könnten. Deutsche Theater sind Staatstheater – und damit Steuerzahlertheater. Auch wenn die meisten Steuerzahler das nicht wissen und null Einfluss auf Spielpläne, Stoffe und Stücke haben – zahlen müssen sie trotzdem. Für jede lausige Aufführung, jede noch so erbärmliche Inszenierung, jeden noch so miesen Schauspieler und jeden noch so miserablen Regisseur.
In der Spielzeit 2023/24 gab es in Deutschland 136 öffentliche Theater. Die verzeichneten Einnahmen von 610 Millionen Euro – aber Ausgaben von 4 Milliarden Euro. Bei solchen Zahlen müssten alle öffentlichen Theater längst insolvent sein. Aber sie sind es nicht, weil der Staat ihre horrenden Verluste stets ausgleicht. Diesen mickrigen Einnahmen von 610 Millionen Euro standen 2023/24 Zuweisungen und Zuschüsse der öffentlichen Hand in Höhe von 3,27 Milliarden Euro gegenüber, was exakt 81,7 Prozent ausmacht. Von den laufenden Kosten der Staatstheater wurden also gerade einmal 15 Prozent durch Einnahmen aus Kartenverkauf, Vermietung, Sponsoring, Werbung, Gastronomie, Garderobe, Programmheften und Merchandising erzielt.
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