Die Realität rächt sich an Deutschlands Ideologen

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Die Realität rächt sich an Deutschlands Ideologen
Bildquelle: Tichys Einblick

Das neue „Bundeslagebild Waffenkriminalität“ des Bundeskriminalamts (BKA) meldet für das vergangene Jahr einen Anstieg der Verstöße gegen das Waffengesetz um 5,5 Prozent. Die registrierten Straftaten unter Verwendung einer Schusswaffe haben um 1,9 Prozent zugenommen.

In 4.360 Fällen wurde geschossen. In 5.281 Fällen wurde mit einer Schusswaffe gedroht. Bezogen auf sämtliche rund 5,5 Millionen registrierten Straftaten lag der Anteil der Delikte, bei denen eine Schusswaffe benutzt wurde, bei 0,18 Prozent. Das ist weniger als zweimal pro 1.000 Fälle.

Es ist sicher keine allzu steile These, dass bei den meisten dieser (ohnehin wenigen) Straftaten mit Schusswaffe eine illegale Waffe benutzt wird.

Im berüchtigten Berliner Stadtbezirk Neukölln haben zwei Täter vor ein paar Tagen einen Mann aus einem „dunklen Fahrzeug der Oberklasse“ heraus erschossen. Man riskiert wenig, wenn man darauf wettet, dass die Tat nicht von einem oberbayerischen Jäger mit amtlich registrierter Waffenbesitzkarte verübt wurde.

Wer eine legale, also jederzeit zurückverfolgbare Waffe für ein Verbrechen nutzt, ist schlicht blöde. Und der handelsübliche Verbrecher ist keineswegs so blöde, wie man ihn vielleicht gerne haben möchte.

Das eigentliche Problem ist: Wir wissen es nicht. Genauer sollte man sagen: Wir wollen es gar nicht wissen.

Denn die Bundesstatistik unterscheidet bei Straftaten mit Schusswaffen gar nicht zwischen legalen und illegalen Waffen. Der Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler (VDB) fordert diese Differenzierung seit Jahren. Vergeblich. Das BKA warnt in seinen Publikationen vor gefälschten Waffen, 3-D-Druck, internationalen Schmugglern und professionellen Banden. Aber wie viele illegale Waffen bei Straftaten zum Einsatz kommen, wird nicht gezählt.

Der Staat dokumentiert, wie oft es knallt oder wie oft jemand bedroht wird – und wo. Aber er dokumentiert nicht systematisch, ob zum Beispiel eine Pistole registriert und legal erworben war – oder ob sie aus Schmuggel, Schwarzmarkt, Umbau oder 3-D-Druck stammte. Das Lagebild zeigt nicht, wie oft Besitzer von legalen Waffen diese Waffen für Straftaten benutzen – denn das Lagebild zählt das erst gar nicht.

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