Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez verteidigte am Donnerstagabend die Entscheidung, Hunderttausenden illegalen Migranten einen legalen Aufenthaltsstatus zu gewähren. Wie Bild berichtet, soll es beim EU-Gipfel in Brüssel ein zunehmend langes und gereiztes Gespräch über das Thema gegeben haben – obwohl die Migrationspolitik eigentlich nur ein kurzer Tagesordnungspunkt beim Abendessen sein sollte.
Auslöser war, dass ein Teilnehmer des Gipfels die kürzlich in Kraft getretene Reform des europäischen Asylsystems lobte, wonach die Asylanträge von Migranten beispielsweise an der EU-Außengrenze geprüft werden sollen und Abschiebezentren in Drittstaaten möglich sind.
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni kritisierte Sánchez, weil seine Entscheidung auch Einfluss auf die Nachbarländer haben werde. Denn es sei zu befürchten, dass die Migranten, sollten sie einmal einen legalen Aufenthaltsstatus haben, in andere EU-Staaten weiterreisen könnten. Während die spanische Regierung von 500.000 Bewerbern ausgegangen war, sind fast 900.000 Anträge auf Legalisierung des Aufenthaltsstatus eingegangen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Sánchez soll gegenüber der Kritik der anderen Staats- und Regierungschefs vollkommen uneinsichtig gewesen sein.
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