Sozialdemokrat und Gerhard Schröders Opfer

vor mehr als 1 Jahr

Sozialdemokrat und Gerhard Schröders Opfer
Bildquelle: Tichys Einblick

Wir kamen aus verschiedenen Welten, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Israel brachte uns zusammen. Schuld war Gerhard Schröder, der ein ganz schlechtes Gewissen hatte und den Sozialpolitiker aus Wuppertal zum Botschafter in einem der sensibelsten Länder für einen deutschen Diplomaten machte: in Israel. Diese Ernennung löste im Auswärtigen Amt geradezu Angst und Schrecken aus. Denn Dreßler war vieles, aber sicher kein Diplomat. Er wurde in Jerusalem zu einem der besten seines Faches.

Wer in den letzten Jahren in den Reihen der SPD einen Sozialdemokraten vom Schlage Rudolf Dreßlers finden will, wird lange suchen müssen. Als er der Partei in den 60er Jahren beitrat, war die SPD eine politische Bewegung, die die Interessen der Arbeiter im Blickpunkt hatte. Heute müsste man im Vorstand erklären, was ein Arbeiter ist: eine Person, die von ihrer Hände Arbeit lebt und sich damit identifiziert. Rudolf Dreßler personifizierte diese Beschreibung und er verzweifelte im Laufe der Jahre an seiner politischen Heimat. Seine Bundestagsfraktion bestand immer mehr aus Beamten, Juristen und Lehrern. Dadurch wurde der Bundestag immer leerer.

Gerhard Schröder gab ihm den Rest. Er versprach dem renommierten Sozialpolitiker, der damals schon 18 Jahre im Bundestag war, und stets sein Direktmandat in Wuppertal gewann, noch am Vorabend der Regierungsbildung am 27. Oktober 1998 mit Handschlag: „Rudolf, Du bist mein Mann für das Amt des Bundesministers für Arbeit und Sozialordnung“. Die Ernennungsurkunde aus der Hand des Bundespräsidenten erhielt am nächsten Tag Walter Riester, damals zweiter Vorsitzender der mächtigen IG Metall. Damit stellte Schröder den Gewerkschaftsflügel zufrieden.

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von Tichys Einblick

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von Tichys Einblick zu lesen.

Weitere Artikel