Sibel Kekilli über Gewalt in ihrer türkischen Familie: „Dort ist meine Großcousine im Kreis verprügelt worden, weil sie einen Freund hatte”

vor etwa 1 Monat

Sibel Kekilli über Gewalt in ihrer türkischen Familie: „Dort ist meine Großcousine im Kreis verprügelt worden, weil sie einen Freund hatte”
Bildquelle: NiUS

Ihre Rolle im Film „Gegen die Wand“ (2002) war der Durchbruch für Sibel Kekilli. Die Tochter einer türkischen Putzfrau und eines türkischen Gastarbeiters wuchs in Heilbronn in einer strengen Familie auf, jetzt spricht die 46-Jährige mit der Zeit über die Gewalt in ihrer Kindheit und Jugend.

„Ich erinnere mich, wie ich, als ich drei oder vier war, eines Nachts aufgewacht bin und Schreie hörte. Mein Kinderzimmer lag neben unserem Wohnzimmer. Und dort ist ein junges Mädchen, meine Großcousine, im Kreis verprügelt worden, weil sie einen Freund hatte. Sie hat vor Schmerzen geschrien. Die Frauen der Familie standen dabei und sahen zu. Irgendwann haben sie gesagt: „So, jetzt reicht’s, jetzt hat sie genug bekommen!“

Sie habe immer Angst um ihr Leben gehabt, so Kekilli. Es habe psychische und physische Gewalt gegeben. Kekilli wuchs mit drei Geschwistern auf, machte eine Lehre zur Verwaltungsfachangestellten, dann der radikale Ausbruch: Anfang der 2000er Jahre spielte sie unter einem Pseudonym in mehreren Pornofilmen. Heute sagt sie darüber: „Wenn du kein gutes Gefühl für dich selbst hast und du nicht gut über dich denkst, dann machst du Dinge, die dir wehtun und die dir schaden.“

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