Wenn selbsternannte Tierschützer einen Wolf quälen

vor 5 Monaten

Wenn selbsternannte Tierschützer einen Wolf quälen
Bildquelle: Tichys Einblick

Am Anfang sollten wir kurz ein Missverständnis abwenden: Das hier ist kein Text für den Wolf. Ich halte es für eine fürchterliche Idee, dass im Industriestaat Deutschland – der nach Belgien am dichtesten besiedelten Nation des ganzen Kontinents – diese großen und gefährlichen Beutegreifer wieder angesiedelt werden.

Doch ganz gleich, wie man zu dem Vorhaben steht, Europa wieder zu einer Wildnis wie vor ein paar hundert Jahren zu machen: Der Wolf ist ein hochentwickeltes Lebewesen. Er hat – wie alle Geschöpfe auf Gottes Erde – Achtung und Respekt des Menschen verdient.

Das bedeutet nicht, dass man ihn nicht bejagt. Aber es bedeutet ganz sicher, dass man ihn nicht quält.

Vor ein paar Monaten wurden im Freistaat Sachsen mehrere sogenannte „Nahbegegnungen“ mit einem verhaltensauffälligen Wolf gemeldet.

Das Tier war gegenüber Menschen ohne Scheu, hatte sich wiederholt Spaziergängern genähert und war ihnen sogar über längere Zeit gefolgt. Die „Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf“ (DBBW) bewertete dieses Verhalten als „für einen frei aufgewachsenen Wolf ungewöhnlich“.

Ende November wurde der junge Rüde in der Oberlausitz, nahe der Ortschaft Oberseifersdorf im Landkreis Görlitz, eingefangen. Er bekam ein GPS-Senderhalsband verpasst. Was dann passierte, beschreibt die DBBW so:

„Nach der Aufwachphase wurde das Tier mit Unterstützung von insgesamt 15 Personen, darunter viele freiwillige Helferinnen und Helfer aus dem Ort und der Umgebung, im Rahmen eines sogenannten ‚Hard Release‘ mit sprichwörtlichen ‚Pauken und Trompeten‘ direkt wieder in die freie Wildbahn entlassen. Ziel dieser Maßnahme war es, dass der Welpe die unmittelbare Nähe zum Menschen als unangenehme Erfahrung verknüpft und dadurch künftig wieder mehr Abstand hält.“

Das klingt erst einmal vernünftig. Wahrscheinlich hätte sich auch niemand weiter um den Vorfall gekümmert. Doch vor ein paar Tagen ist nun ein Video der „Freilassung“ aufgetaucht, und das wirft ein ganz neues Licht auf die Sache.

Falls nun jemand zweifelt: Der Clip ist echt. Die DBBW hat das auf schriftliche Anfrage schriftlich bestätigt.

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