Reza Pahlavi ist der Sohn des 1979 gestürzten Schahs Mohammad Reza Pahlavi und seit Jahren das bekannteste Gesicht der iranischen Opposition im Exil. Er tritt im Westen als politischer Akteur auf, fordert offen das Ende der Islamischen Republik und wirbt für einen Systemwechsel im Iran. Auf den Straßen seines Landes ist es sein Name, der zu hunderttausenden bei Protesten gerufen wird, dazu werden zahllose Fahnen mit dem Löwen-und-Sonne-Symbol aus der Zeit vor 1979 geschwenkt. Für viele Gegner des mörderischen Regimes steht Pahlavi als Symbolfigur eines Bruchs mit dem Mullah-Staat.
Mit diesem Anspruch reist er Mitte April nach Europa, mit Stationen in Stockholm und Berlin. Er sucht den Kontakt zu Parlamenten, Regierungen und Medien. Pahlavi will den Westen bewegen, über zahllose Hinrichtungen, Repression und die tatsächliche Lage im Iran zu sprechen. Hier beginnt sein Befund des westlichen Versagens, und zwar nicht als peinliche Randnotiz, sondern als offener politischer Bankrott.
Kaum ist Pahlavi in Berlin, zeigt die deutsche Politik, was ihre Menschenrechtsrhetorik wert ist. Rein gar nichts. Offizielle Treffen mit deutschen Regierungsvertretern waren nicht geplant. Kein Kanzleramt, kein sichtbares Regierungssignal, kein erkennbarer Wille, einem prominenten Gegner des Regimes in Teheran wenigstens symbolisch den Rücken zu stärken. Berlin ließ ihn stehen.
Das ist Feigheit im Amtsdeutsch. Ein Mann kommt aus dem Kampf gegen eines der brutalsten Regime der Gegenwart in die deutsche Hauptstadt, und die Bundesregierung bringt nicht einmal die minimale Entschlossenheit auf, ihn offiziell zu empfangen. Wer so handelt, sendet eine Botschaft. Nicht an die Opposition im Iran, sondern an deren Unterdrücker. Man stört euch nicht. Man will nur seine Ruhe.
Und während die Politik sich wegduckt, Merz sich sogar eilt Sanktionen gegen das mörderische Mullah-Regime wieder zu lockern, liefert der europäische Journalismus das dazu passende Bild des Verfalls. Pahlavi steht in Berlin und Stockholm nach eigener Darstellung vor mehr als 150 Journalisten und spricht insgesamt mehr als zwei Stunden lang. Reichlich Stoff für Fragen gab es genug: Massenexekutionen, 30.000-40.000 ermordete Iraner in den Protesten Anfang Januar. Hinrichtungen, politische Gefangene, Straßenproteste, Staatsgewalt, Internetsperren, weitere Exekutionen, die jeden Tag weitergehen.
Doch ausgerechnet diese Punkte hätten die europäischen Journalisten nach seiner Schilderung gar nicht interessiert.
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