Die Probleme der Rente sind, genauso wie die der Sozialkassen, groß. Sehr groß sogar. So groß, dass selbst Politiker sie nicht mehr ignorieren können. Das Hauptproblem dieses Problems, wie auch der anderen Probleme, ist, dass die wichtigsten Gründe nicht benannt werden dürfen. Damit ist jede Analyse sinnlos und eine Lösung des Problems nicht möglich.
Deshalb versucht man, das Problem politisch zu lösen. Sprich: Man schweigt die eigentlichen Ursachen tot und präsentiert Scheinlösungen. Eine dieser Scheinlösungen, die medial ablenkt, ist die Kapitalrente. Kapital klingt gut. Es suggeriert Aktien, Dividenden von sagenumwobenen Konzernen, die – nach Ansicht der Linken, sogar noch beim Gewinn Profit machen. Vielleicht sogar irgendetwas Digitales. Wer weiß? Auf jeden Fall niemals versiegenden Reichtum. Tatsächlich ist es aber nichts anderes als eine Erhöhung der verpflichtenden Zahlung, die jedoch nicht als Abgabenerhöhung wahrgenommen werden soll.
Die Rentenkommission der Bundesregierung schlägt deshalb eine verpflichtende, beitragsfinanzierte „Kapitalrente“ vor, in die Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils 1 % ihres Bruttolohns einzahlen. Diese Beiträge sollen in einem Staatsfonds am Aktienmarkt angelegt werden, um das Rentenniveau langfristig zu stabilisieren. Dieser Beitrag zur Kapitalrente soll schrittweise von zunächst 1 % auf 2 % des Bruttolohns steigen, jeweils hälftig getragen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern, was die Kosten für Unternehmen natürlich noch weiter erhöhen wird. Um das Absicherungsniveau in der Übergangsphase zu stützen, soll der Staat für die Jahre vor 2040 Steuermittel zuschießen. Experten haben in Modellrechnungen Charts entwickelt, die man von Vermögensberatern nur zu gut kennt. Grafiken, auf denen steil aufsteigende Linien von links unten nach rechts oben zu sehen sind. Experten eben. Hier noch einmal die wichtigen Begriffe des Vorschlags:
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