Nur 24 Stunden – Jens „Bauer“ Spahn muss in Echtzeit die Regierung retten

vor 8 Monaten

Nur 24 Stunden – Jens „Bauer“ Spahn muss in Echtzeit die Regierung retten
Bildquelle: Tichys Einblick

In der Kult-Serie „24“ musste Agent Jack Bauer (Kiefer Sutherland) die amerikanische Regierung retten. Dafür hatte er 24 Stunden Zeit. Die Serie spielte in Echtzeit und war für den Einsatz von „Split Screens“ berühmt, die es erlaubten, mehrere parallele Handlungsstränge nebeneinander zu zeigen. Die Regierung war in der Regel durch Terror-Anschläge in Gefahr. In der Serie. Im echten Leben ist die deutsche Regierung von einer Bombe bedroht. Die tickt in den eigenen Reihen. 18 junge Abgeordnete der Union wollen dem Rentenpaket nicht zustimmen, das ihr Kanzler Friedrich Merz (CDU) mit seinem Vize und Chef Lars Klingbeil (SPD) ausgehandelt hat. Ohne eigene Mehrheit droht diese Regierung in die Luft gesprengt zu werden.

Einsatz für Jens „Bauer“ Spahn. Der Fraktionsvorsitzende von CDU und CSU muss entweder die 18 jungen Abgeordneten davon überzeugen, doch zuzustimmen, obwohl dieses Paket ihre Generation zwingt, immer mehr Geld in ein System einzuzahlen, aus dem sie immer weniger erhalten. Oder Spahn kann mit seinem SPD-Kollegen Matthias Miersch einen Kompromiss aushandeln, den die jungen Abgeordneten mittragen könnten. In dieser Aufgabe ist er schon öfters gescheitert als erfolgreich gewesen – etwa bei der Wahl zum Kanzler oder der Richterinnen fürs Bundesverfassungsgericht. Würde Jens Spahn den Jack Bauer in „24“ spielen, wäre die Serie nach der ersten Folge eingestellt worden. Nach der Szene, in der Bauer beim Entschärfen der Bombe in die Luft gesprengt wird.

Doch nur TV-Agenten müssen erfolgreich sein. CDU-Politiker nicht. Hat die Partei sie erst einmal als Funktionäre anerkannt, dann erhalten sie auf ewig Jobs in „unserer Demokratie“. Spahn war als Gesundheitsminister eine solche Fehlbesetzung und unter anderem in den Maskenskandal verwickelt, dass er danach vor Interviews drauf bestand, dass ihn die Journalisten auf diese Arbeit nicht ansprechen dürfen. Den Mann hat Merz zu seinem Nachfolger als Fraktionsvorsitzender gemacht. Der soll nun intern und zusammen mit der SPD Mehrheiten garantieren. Das scheitert. Nur endet hier der Vergleich mit „24“. Das war eine spannende Actionserie – die schwarz-rote Regierung ist eher eine Sitcom. Und Jens Spahn kein Jack Bauer, sondern ein Al Bundy. Du weißt, dass er scheitert. Es ist aber trotzdem lustig, ihm dabei zuzuschauen.

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